25 Jahre Heimatarchiv Walluf
Anlässlich des fünfundzwanzigsten Jahrestages
des bestehens des Heimatarchives Walluf fand am 9. Mai 2008 im Vereinshaus am Rhein eine Festveranstaltung
statt, in welchr auch der vierte Band der "Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte"
der Öffentlichkeit übergeben wurde. Nachfolgend das Grußwort von Bürgermeister
Manfred Kohl anläßlich der Festveranstaltung."Lebendige Geschichte wird erzählt
und nicht gelehrt."
Mit diesen Worten des deutsch-finnischen Dichters Manfred Schröder darf ich Sie Alle sehr
herzlich zu unserer kleinen Feierstunde aus Anlass des 25. Geburtstages des Wallufer Heimatarchivs
begrüßen.
Mein besonderer Gruß gilt natürlich Ihnen, sehr geehrte Heimatarchivarinnen und
Heimatarchivare. Mein Gruß gilt unserem Ehrenbürger, Herrn Günter Dietz mit
seiner Gattin. Ich begrüße die anwesenden Mandatsträgerinnen und Mandatsträger,
stellvertretend hier den Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Herrn Franz Horne mit Gattin.
Bürgermeister a.D. Bernhard Hoffmann kann heute Abend leider nicht unter uns weilen, er
gratuliert aber den Heimatarchivarinnen und Heimatarchivaren sehr herzlich zu dem 25. Geburtstag
ihres "Kindes", dem Wallufer Heimatarchiv.
Liebe Freunde der Wallufer Ortsgeschichte, verehrte Gäste, nachdem die umfangreichen Vorarbeiten
zur Eröffnung der Ausstellung von unseren fleißigen Heimatarchivarinnen und -archivaren
abgeschlossen sind, heiße ich Sie heute Abend zu unserer kleinen Feierstunde anlässlich
des 25-jährigen Jubiläums des Wallufer Heimatarchivs sehr herzlich willkommen und
freue mich, dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind. Der Schweizer Publizist Dr.
Ernst Reinhardt hat einmal Folgendes gesagt: "Alle wichtigen Ereignisse haben zuerst eine
Wirkung, dann eine Wirkungsgeschichte und schließlich eine Geschichte."
Lassen Sie mich mit diesen Worten nun auf die Geschichte des Wallufer Heimatarchivs eingehen:
Bei den Verhandlungen zu dem freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden
Niederwalluf und Oberwalluf im Jahre 1971 wurde unter anderem vereinbart, dass die beiden Rathäuser
an den jetzigen Standort des Wallufer Rathauses, die ehemalige Zahnfabrik Wilde, verlegt werden
sollten. 1980 erfolgte der Umzug der Gemeindeverwaltung in das neu geschaffene Rathaus an zentraler
Stelle. Dadurch wurden die Voraussetzungen für einen Umbau des ehemaligen Niederwallufer
Rathauses hier am Rhein geschaffen.
Als im Jahre 1983 das ehemalige Niederwallufer Rathaus umgebaut wurde, kamen bei der Räumung
des Dachgeschosses und des Speichers wertvolle alte Handschriften, Akten und Stockbücher
früherer Jahrhunderte zum Vorschein. Offenbar wurde diesen "Fundstücken"
über viele Jahrzehnte hinweg nur eine geringe Beachtung geschenkt.
Gott sei Dank gab es schon damals aufmerksame Gemeindemitarbeiter, die dafür sorgten,
dass dieses einmalige Material vor der Vernichtung verschont geblieben ist und einer sicheren
Zwischenlagerung zugeführt werden konnte. Damit war es natürlich nicht getan, denn
diese wichtigen Zeugnisse vergangener Jahre, diese historischen Funde mussten zunächst
gesichtet, sollten ausgewertet und schließlich dauerhaft gesichert und aufbewahrt werden.
Dies führte dann schließlich zur Ernennung von fachkundigen Mitbürgern in die
neu geschaffenen Positionen öffentlicher Heimatarchivare, die von der Gemeinde aber leider
nur ehrenamtlich "angestellt" und verpflichtet werden konnten.
In einer Sitzung des Gemeindevorstandes vom 29. März 1983 wurde vom damaligen Vorsitzenden,
Herrn Bürgermeister a.D. Bernhard Hoffmann berichtet, dass von den Freunden der Wallufer
Vergangenheit ein Heimatmuseum eingerichtet werden sollte und die Herren Norbert Brühl
und Heinz Scharhag zu Heimatarchivaren ernannt werden. Heinz Scharhag gehört auch heute
noch zu den Aktivposten unseres Archivs. Er ist somit einer der Gründungsväter. Sehr
geehrter Herr Scharhag, lieber Heinz, herzlich willkommen.
Am 31. März 1983 wurde den beiden Herren im Dienstzimmer des Bürgermeisters eine
Urkunde hierfür ausgehändigt.
Leider ist Norbert Brühl nicht mehr unter uns, sodass wir ihm für seine Arbeit nur
noch posthum danken können. Er hätte sich über das Jubiläum des Heimatarchivs
bestimmt sehr gefreut.
Durch das Ausrichten von Ausstellungen, Zusammentragen von Fotos und Sammelgegenständen,
die typisch für die Region sind, sollte nicht nur das Interesse der Wallufer Bürgerschaft
geweckt werden, sondern es war das Ziel, auch bei Neubürgern und Besuchern Aufmerksamkeit
und Anerkennung zu erreichen.
Dies machte natürlich eine Unterstützung der beiden Heimatarchivare erforderlich
und so fanden sich nach und nach fachkundige Bürgerinnen und Bürger aus Walluf, die
sich gerne in den Dienst dieser Sache stellten und im Heimatmuseum mitarbeiten wollten.
Es kam zunächst Herr Hermann Stemmler hinzu, den ich an dieser Stelle ebenfalls sehr herzlich
begrüße, dann Herr Wilhelm Dröser, der leider ebenfalls verstorben ist, und
1987 Herr Norbert Michel. Auch Norbert Michel möchte ich besonders begrüßen,
er ist seit mehr als 2 Jahrzehnten ehrenamtlich als Heimatarchivar der Gemeinde Walluf tätig.
Alle Genannten wurden ebenfalls mit Ernennungsurkunden zu ehrenamtlichen Heimatarchivaren der
Gemeinde Walluf ernannt.
Nach dem Tode von Herrn Dröser hatten die Heimatarchivare Frau Gerda Schmitt-Teßmann,
die bereits schon seit einiger Zeit mit den Heimatarchivaren zusammen gearbeitet hatte, als
Nachfolgerin empfohlen.
Diesem Vorschlag wurde seitens der Gemeinde sehr gerne zugestimmt, Frau Schmitt-Tessmann wurde
1992 zur Heimatarchivarin ernannt. Die Mitarbeit unserer lieben Frau Schmitt-Teßmann
hat sich als ungeheuer wertvoll und uneingeschränkt notwendig für das Heimatarchiv
erwiesen.
Liebe Frau Schmitt-Tessmann auch Ihnen ein herzliches Willkommen am heutigen Abend.
Im vergangenen Jahr konnten wir eine weitere fachkundige und an der Geschichte Wallufs sehr
interessierte Mitbürgerin für eine aktive Mitarbeit im Heimatarchiv gewinnen, nämlich
Frau Elke Detmann, die ebenfalls das Team des Heimatarchivs mit großem Eifer und Freude
unterstützt. Liebe Frau Detmann auch Ihnen ein herzliches Willkommen.
Aktuell sind es also 4 Personen, die sich um die Wallufer Geschichte und das Heimatarchiv sehr
intensiv in ihrer Freizeit kümmern:
Heinz Scharhag
Norbert Michel
Gerda Schmitt-Teßmann
Elke Detmann
Mit Frau Schmitt-Tessmann, Frau Detmann, Herrn Michel und Herrn Scharhag haben wir ein hervorragendes
Team, das mit kaum fassbarem Idealismus und Arbeitseifer ein Feuerwerk der Aktivitäten
entfacht.
Es wurde und wird Vieles geleistet, um die Geschichte unserer Gemeinde auch für die nachfolgenden
Generationen zu erhalten.
Die erste Ausgabe der Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte war bereits ein Highlight der
Tätigkeiten der Heimatarchivare. Doch damit nicht genug, es folgten die zweite und dritte
Ausgabe, und als einer der Glanzpunkte des Jubiläums kann ich Ihnen heute den vierten
Band der Wallufer Ortsgeschichte vorstellen.
Mit diesem Band haben unsere Heimatarchivarinnen und Heimatarchivare wieder etwas ganz Besonderes
und Einmaliges geleistet. Mit großer Geduld wurden die Beiträge zusammengetragen,
um einer breiten Öffentlichkeit Geschehnisse aus vergangener Zeit näher zu bringen.
Damit wird wiederum die Geschichte unserer Gemeinde lebendig.
Die Beiträge sind breit gefächert und vermitteln viele Facetten der Ortsgeschichte
vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung. Es ist also ein sehr empfehlenswertes Büchlein.
An dieser Stelle möchte ich aber auch nach darauf aufmerksam machen, dass von den Bänden
1 bis 3 noch einige Exemplare vorhanden sind. Diese können im Wallufer Rathaus, bei Frau
Seibel käuflich erworben werden.
Aber damit immer noch nicht genug. Aus Anlass des 25 jährigen Geburtstages hat es sich
das Team des Wallufer Heimatarchivs nicht nehmen lassen, auch noch eine Jubiläumsausstellung
vorzubereiten. Unter dem Titel "Handel, Gewerbe und städtebauliche Entwicklung in
Walluf im Wandel der Zeit" wurde mit sehr viel Arbeit eine hervorragende Ausstellung vorbereitet,
die am morgigen Samstag um 14.00 Uhr offiziell eröffnet wird.
Sowohl der neue Band der Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte als auch die Ausstellung
sind für Neubürgerinnen und Neubürger eine ausgezeichnete Gelegenheit etwas
mehr über die Geschichte ihres Wohnortes zu erfahren. Aber auch für Alteingesessene
und "Ureinwohner" zu denen ich mich ja auch zählen darf, werden Erinnerung an
vergangene Jahre und Jahrzehnte wieder lebendig. Als Bürgermeister der Gemeinde Walluf
bin ich über die rührigen Aktivitäten unseres Heimatarchivs und seine hervorragende
Entwicklung überaus erfreut, und ich danke den Heimatarchivarinnen und Heimatarchivaren
auf das Herzlichste.
Unseren verstorbenen Heimatarchivaren, den Herren Willi Dröser und Norbert Brühl
sei posthum an dieser Stelle noch einmal herzlich für ihren ehrenamtlich Einsatz für
die Wallufer Geschichte und das Archiv gedankt. Auch dem verstorbenen Herrn Franz Courtial,
der als Freund der Wallufer Vergangenheit wertvolle Beiträge zur Geschichte Wallufs lieferte,
sei ebenfalls hierfür herzlich gedankt.
Meine sehr Damen und Herren, liebe Gäste, dies war ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit
bzw. die Entstehung unseres mittlerweile sehr bekannten und anerkannten Heimatarchivs.
Gerne nehme ich das heutige Jubiläum zum Anlass unseren Heimatarchivarinnen und Heimatarchivaren
sehr herzlich zu diesem besonderen Geburtstag zu gratulieren und mich nochmals sehr herzlich
für ihre ehrenamtliche und sehr engagierte Arbeit zu bedanken.
Da Sie ja des Öfteren in alten Unterlagen wühlen, geht es bestimmt oft auch etwas
staubig zu. Damit ihre Kehlen nicht zu sehr austrocknen möchte ich mich mit einem typisch
Rheingauer Blumengruß bei Ihnen bedanken. Für Ihre weitere Arbeit wünsche ich
Ihnen weiterhin viel Freude.
Ich habe auf jeden Fall den Eindruck, dass es Ihnen nach wie vor sehr viel Vergnügen bereitet,
sich mit vergangenen Zeiten zu beschäftigen und Sie sich jedes Mal freuen, wenn Sie wiederum
neues Material erhalten, das Sie in akribischer Kleinarbeit sichten und für die nachfolgenden
Generationen sichern und erhalten. Auf diese Art und Weise macht Geschichte und auch das Wandeln
in vergangenen Zeiten sicherlich viel Freude, auch wenn Sie oft im Verborgenen arbeiten.
Gerade mit dieser kleinen Feier, der Jubiläumsausstellung und der Präsentation des
Bandes 4 der Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte wollen wir eine breitere Öffentlichkeit
auf ihr segensreiches und engagiertes Wirken aufmerksam machen. Vielleicht finden sich ja noch
weitere Personen, die sich für eine aktive Mitarbeit im Heimatarchiv begeistern lassen.
Ich wünsche dem Wallufer Heimatarchiv für die kommenden Jahre weiterhin ein erfolgreiches
Wirken.
Uns allen wünsche ich nun angeregte Gespräche und gute Unterhaltungen im Rahmen dieser
kleinen Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Wallufer Heimatarchivs.
Einen kleinen Imbiss haben wir vorbereitet, und wir freuen uns, auf dieses Jubiläum mit
einem Glas Sekt anstoßen zu können.
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Bürgermeister Manfred Kohl (links) und Heimatarchivar Heinrich Scharhag |
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© Norbert Michel 2008