Postchronik Niederwalluf
Überarbeitete Form des in Heft 2 der "Beiträge zur Wallufer Ortsgeschichte" veröffentlichten Artikels
©Norbert Michel
Durch den Reichsdeputations - Hauptschluß vom 25. Februar 1803 wurde das Kurfürsten Mainz aufgelöst. Der Rheingau und damit auch Niederwalluf kamen nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zu Mainz jetzt an das Fürstentum Nassau - Usingen. Die Inbesitznahme der Stadt Eltville erfolgte am 29. November 1802. Nach dem Rheinbundvertrag (12.07.1806) gehörte der Rheingau zum Fürstentum Nassau.
Für Nassau entstand sofort die Frage der Postversorgung der etwa auf 100 km Uferlänge am Rhein befindlichen eigenen neuen Ämter. Das geschah mit einer von Kastel bis Deutz verkehrenden priviligierten Wasser - Diligence ab November 1802. Personen- und Postbeförderung waren möglich. Die Weisung dazu ging an alle Ämter am 7. November 1802. Die Diligence verkehrte täglich und benötigte zu dieser Fahrt talwärts 2 - 3 Tage und für die Bergfahrt 7 - 8 Tage. Das Amt Eltville (zu dem Niederwalluf gehörte) hatte dafür zu sorgen, daß der Austausch an seinem Ufer reibungslos ablief. Obwohl Eltville eine Landpostverbindung nach Wiesbaden hatte, ist davon auszugehen, daß diese Wasser - Diligence bis zu ihrem Ende im Jahr 1814 auch für Eltville im Personen- und Postverkehr von Bedeutung gewesen ist.
Durch den abgeschlossenen Rheinbundvertrag vom 12.07.1806 und die Gründung des Herzogtums Nassau war u.a. das Ende des Alten Reiches und des damit verbundenen Postgeneralats eingeleitet. Folglich war am 06.08.1806 das Postregal auf den Herzog von Nassau übergegangen. Die Poststellen in Nassau wurden damit allgemein zum 01.09.1806 für den Herzog übernommen. In Eltville geschah dies am 07.09.1806. Das Reichspostwappen war abzunehmen und dafür das nassauische anzubringen. Die Dienstabwicklung blieb wie bisher bestehen.
Da Nassau nicht die Absicht hatte, die Post in eigener Regie zu übernehmen, wurde am 19.12.1806 der Postlehenvertrag mit dem Fürsten Thurn und Taxis geschlossen, der damit nassauischer Erblandpostmeister geworden war. Dieser Zustand dauerte an bis 1867. Bereits vor 1803, als der Rheingau noch zu Kurmainz gehörte, stand das Postwesen unter Thurn und Taxis`scher Verwaltung.
Am 11. August 1856 wurde der Eisenbahnverkehr Biebrich - Rüdesheim eröffnet. Seit dieser Zeit wurde die Post mit der Bahn transportiert. Die Postexpedition Eltville mußte täglich 7 postführende Züge abfertigen.
Nach der Okkupation des Herzogtums Nassau 1866 durch Preußen, wurde am 1. Juli 1867 auch das Postwesen von Preußen übernommen. Am 15. Februar 1868 wurde das Postamt zu Niederwalluf errichtet. Im Rheingaukreis besaß die Post zu dieser Zeit noch keine eigenen Dienstgebäude. Das Postamt zu Niederwalluf wurde im Gasthaus "Zum Hirsch" in der Hauptstraße 26 eingerichtet. Erster Postverwalter war der Hausbesitzer Josef Mehl, der dieses Amt bis zu seinem Tod am 07. August 1894 innehatte.
Der Postverkehr entwickelte sich folgendermaßen:
|
1872 |
1875 |
1880 |
1885 |
1890 |
|
|
Briefsendungen aufgegeben: |
|
50778 |
50490 |
81522 |
131248 |
|
Briefsendungen eingegangen: |
52604 |
59886 |
54792 |
103806 |
109928 |
|
Pakete und Wertsendungen, aufgegeben: |
|
||||
|
Pakete ohne Wertangabe: |
|
972 |
2052 |
1512 |
3303 |
|
Briefe und Pakete mit Wertangabe: |
|
504 |
234 |
180 |
242 |
|
Wertbetrag in Mark: |
|
328068 |
78714 |
160074 |
212476 |
|
Pakete und Wertsendungen, eingegangen |
|||||
|
Pakete ohne Wertangabe: |
1370 |
2646 |
2376 |
3564 |
4623 |
|
Briefe und Pakete mit Wertangabe: |
378 |
378 |
270 |
270 |
274 |
|
Wertbetrag in Mark: |
44388 |
124686 |
126252 |
155358 |
36239 |
|
Postnachnahmesendungen aufgegeben: |
|
23 |
144 |
180 |
52 |
|
Nachnahmebetrag: |
|
120 |
522 |
594 |
234 |
|
Postnachnahmesendungen eingegangen: |
306 |
396 |
396 |
378 |
442 |
|
Nachnahmebetrag: |
2052 |
3780 |
2520 |
3240 |
4884 |
|
Postanweisungen eingezahlt, Stück: |
|
992 |
1506 |
2298 |
3138 |
|
Betrag, Mark: |
|
57634 |
81559 |
140500 |
201190 |
|
ausgezahlt, Stück: |
|
513 |
1052 |
1685 |
2297 |
|
Betrag, Mark: |
|
30437 |
75513 |
111215 |
145104 |
|
Telegramme aufgegeben |
|
||||
|
inländische, Stück: |
|
|
459 |
456 |
530 |
|
ausländische, Stück: |
|
|
38 |
34 |
74 |
|
Telegramme angekommen |
|
||||
|
in- u. ausländische: |
|
496 |
591 |
863 |
|
|
Etatmäßige Einnahme Mark: |
|
3344 |
4121 |
5157 |
7902 |
|
Davon Telegrammgebühren, Mark |
|
85 |
47 |
43 |
28 |
Im Jahre 1869 war im Rheingaukreis noch keine Bundestelegraphenstation vorhanden. Die erste Station wurde am 1. Juli 1872 in Rüdesheim eingerichtet; es folgte Eltville am 1. August 1875. Bereits am 1. Juli 1876 wurde die Telegraphenstation Niederwalluf eröffnet. Vor Eröffnung der Stationen erfolgte die Beförderung der Telegramme durch die Bahnverwaltung.Die Anzahl der durch die Bahn beförderten Depeschen in Niederwalluf bezifferte sich 1869 auf 694 Stück, 1874 hatte sich die Stückzahl auf 1244 erhöht.
Am 1. Februar 1892 wurde die Stadt-Fernsprecheinrichtung in Eltville eröffnet, die ihren Bereich bis Niederwalluf ausdehnte.
|
Jahr |
Zahl der Sprechstellen |
ausgeführte Verbindungen |
|
1892 |
10 |
21760 |
|
1893 |
11 |
37406 |
|
1894 |
12 |
38792 |
|
1895 |
12 |
45138 |
|
1896 |
15 |
55467 |
|
1897 |
14 |
66795 |
|
1898 |
15 |
63809 |
|
1899 |
16 |
48621 |
|
|
|
Gespräche |
|
1900 |
34 |
22130 |
Die Zahlen lassen die außerordentliche Zunahme der Benutzung der Fernsprecheinrichtungen erkennen.Da bei den Stadt-Fernsprecheinrichtungen bis 1899 die ausgeführten Verbindungen, die nicht immer zu Gesprächen führten, gezählt sind, läßt sich eine Berechnung der Gespräche nur für das Jahr 1900 machen.
Die Niederwallufer Fernsprechteilnehmer im Jahre 1906,entnommen "Schnegelberger`s Rheingauer Adressbuch".
Brockhues, Hermann, Fabrikbesitzer, Eisenbahnstr. 97, Rufnr. 10
Hofmann & C0., Weingut, Weinhandlung, Wirtschaft, Rheinstr. 160, Rufnr. 1
Magdeburg, Wilhelm, Dr. med., prakt. Arzt, Haus Nußberg, Rufnr. 13
Schramm, Louis, Rheingauer Dampfmühle, Büro am Bahnhof, Wohnung Eisenbahnstr. 92, Rufnr. 17.
Weber, A. Gärtnereibesitzer, Rheinstr. 5, Rufnr. 26
Will, Friedrich, Weinhändler, Eisenbahnstr. 95, Rufnr. 71
Postamt, Eisenbahnstation und Bürgermeisteramt verfügten sicherlich ebenfalls über einen Telefonanschluß, die Behörden sind aber nicht mit ihrer Rufnummer im Adressbuch verzeichnet. Eltville verzeichnet 1906 62 Fernsprechteilnehmer.
Die Anzahl der Postbeschäftigten in Niederwalluf zwischen 1875 und 1900 ist folgender Aufstellung zu entnehmen:
|
Jahr |
Beamte |
Unterbeamte |
|
1875 |
1 |
1 |
|
1880 |
2 |
1 |
|
1885 |
2 |
1 |
|
1890 |
2 |
2 |
|
1900 |
2 |
3 |
Am 1. Februar 1892 wurde die Stadt-Fernsprecheinrichtung in Eltville eröffnet, die ihren Bereich bis Niederwalluf ausdehnte.
Die Eröffnung des Postamtes in Niederwalluf am 15. Februar 1868 wurde am 22. Februar 1868 im General-Circular der Oberpostdirektion Frankfurt/Main wie folgt bekanntgegeben:
"In dem Orte Niederwalluf - an der Nassauischen Staats-Eisenbahn - ist am 15. d.M. (15.02.1868) eine Post-Expedition II. Klasse eingerichtet worden, welche mit den fahrplanmäßig in Niederwalluf anhaltenden und zu Postzwecken benutzten Bahnzügen Verbindung erhält.
Die neue Post-Expedition tritt den Eisenbahn-Post-Anstalten des westlichen Kartirungs-Complerus hinzu.
Zum Landbestellbezirk gehört vorerst nur der Ort Oberwalluf.
Der Ober-Post-Director
Meyer.
Die zu jener Zeit begonnene Postchronik für Niederwalluf wird wegen ihres großen Informationsinhaltes komplett übernommen.
Das Original befindet sich im Postamt Eltville. Die Abschrift stimmt in Stil und Orthographie mit dem Original überein.
Chronik
Beiheft zur Statistik des Kaiserlichen Postamts III. in Niederwalluf
I. Beschreibung des Postorts.
1. Geographische Lage des Orts, Gründung desselben (Herleitung seines Namens) und die Hauptmomente seiner Geschichte.
Der Ort Nieder=Walluf liegt im Rheingaukreis, Regierungsbezirk Wiesbaden, Provinz Hessen Nassau. Nieder=Walluf genannt von dem Bache Waldaffa, gehörte in frühesten Zeiten zu dem sogenannten Lindauer Gerichte, lag in der Königshundert. Durch Königl. Schenkung war die Frohnhube Waldaffa an die Abtei Corneli Münster bei Aachen gekommen; wodurch sich auch eine geistl. Gerichtsvogtei bildete die von der Gaugerichtsbarkeit eximinirt war. Die Grenzen dieser Vogtei (Lindauer Gericht) liefen v. Rhein aus, den Bache Waldaffa entlang bis zu der Rechtebach, mit dieser zur Schiersteiner Mark, herab zum Rhein und umschloß die Orte Rode, Neudorf, Nieder=Walluf u. die Rittersitze Glimmendal und Armada. Die Abtei hatte die Frohnhube 1200 an den Rheingrafen Wolfram verpfändet und 1263 an die adlige Familie von Wiesbaden verkauft. 1310 waren die von Lindau im Besitze, von welchen auch der Name. Durch Kauf 1678 an die Grafen v.d. Leyen war sie Lehn v. Nassau, im 17. Jahrhundert aber gehörte sie zur Landesherrlichkeit v. Mainz. Das Vogteigericht bestand aus 1 Vogt u. sieben Schöffen u. wurde in Walluf im eigenen Gerichtshause gehegt u. hielt jährlich 4 mal ungeboten Ding. Im 17. Jahrhundert war es aufgelöst, das Gerichtshaus ist heute noch gut erhalten und trägt über dem Eingange das v.d. Leyenische Wappen. Der Ort lag früher auf linker Seite des Baches wo jetzt noch die Ruinen der Johanniskirche zu sehen, deren Erbauung sich in grauer Urzeit verliert. Die Kirche kommt bereits in Urkunden v. 769 und 760 vor, vermutlich die Reste einer der ältesten Kirchen. Bei der Schenkung einer Hofreite an das Kloster Lorsch 770 wird N. Walluf zum 1. Male erwähnt. 835 und 840 gab Kaiser Ludwig dem Frauensteiner Vasalen Adalbert hier eine halbe Hube welcher dieser an die Abtei Fulda schenkte. Nach dieser Urkunde war der Ort Königl. Eigenthum. Kloster Bleidenstadt besaß hier einen Hof 1179, der später 1311 an Falkenstein überging, bis zu Anfang unseres Jahrhunderts gehörte N. Walluf, der ganze Rheingau zu dem geistl. Kurfürstenthum Mainz, kam von da ab an Nassau und wurde 1866 in Preußen einverleibt.
2. Beschaffenheit des Bodens, auf welchem der Ort sich erhebt, sowie der Umgegend in geologischer Beziehung (Baumaterial);
Wasserverhältnisse, namentlich auch mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand (Epidemien);
Etwaige klimatische Besonderheiten.
Der Boden besteht aus Lette, Lehm und Kiehs. Zum Bauen werden Bruchsteine von Schlangenbad und dem gegenüberliegendem linksrheinischen Orte Budenheim, sowie Backsteine benutzt, welche im Orte selbst in zwei Ziegelbrennereien gebrannt werden. Trinkwasser ist eine sehr gut laufende Quellevorhanden; außerdem bestehen circa 40 Brunnen hierselbst. Der Bach Waldaffa liefert selbst in den trockensten Jahren hinreichende Wassermenge zum Betreiben der Mahlmühlen und Holzschneidereien. Bei großem Wasserstande so wie in diesem Frühjahr, daß der Rhein aus seinen Ufern tritt wird ein Theil des Ortes unter Wasser gesetzt, so daß die Bewohner der zunächst des Rheines gelegenen Häuser dieselben räumen müssen. Irgend ein Einfluß auf den Gesundheitszustand ist nicht wahr zu nehmen; eine größere Sterblichkeit wie 2% ist nicht vorgekommen.
3. Sprach und Religionsverhältnisse der Einwohner.
Die Bewohner sprechen ein reines Deutsch, und bekennen sich mit wenigen Ausnahmen zur kath. Religion. Juden sind hier nicht ansäßig.
4. Pferderace, welche hauptsächlich in Benutzung.
Die zur Landwirtschaft verwendeten Pferde sind mit wenigen Ausnahmen der Hundsrücker Race angehörend. Luxuspferde, den Villen Besitzern gehörend, sind zum Theil engl. zum Theil ostpreuß. Race.
5. Verkehrgeschichte des Orts;
Entwicklung seines Handels und seiner Gewerbe (Zahl der Buchhandlungen);
Hauptnahrungszweige der Einwohner;
Hauptsächlichste Bezugs - bz. Absatzgebiete des Orts und seiner Umgegend.
Der Hauptnahrungszweig der Einwohner ist Ackerbau, Weinbau, Schiffbau, Schifffahrt, Müllerei, Holzhandel, Ziegelbrennerei.
Die Hauptbezugs und Absatzgebiete sind Wiesbaden, Mainz und Frankfurt (Main).
6. Behörden und Militärverhältnisse.
Die Ortsbehörde ist der Bürgermeister.
7.Sonstige die Eigenthümlichkeit des Orts bezeichnende Angaben.
Keine Angaben.
II. Beschreibung der Postanstalt.
8. Gründung der Postanstalt, Geschichte derselben; Namen der Vorsteher der Postanstalt.
Die Postanstalt wurde am 15.Februar 1868 eingerichtet und am 1.Juni 1876 mit einer Telegraphen=Station mit beschränkten Dienststunden vereinigt. Vorsteher derselben ist seit Einrichtung der Postverwalter Joseph Mehl. Vom 7. August 1894 bis 1. April 1895 wurde das Postamt provisorisch verwaltet bis dem Postverwalter Wagner am 1. April 1895 das Postamt übertragen wurde.
Nachtragungen:
Pv. Wagner wurde am 1. Juli 1911 nach Wiesbaden versetzt.
Vom 1. Juli 1911 ab Pv. Held,gestorben 14. 2. 1922.
Vom 1. Juli 1922 ab Postmeister Kuttner, gestorben 1926.
Vom 1. September 1926 ab Postmeister Michels.
9. Geschichte der Postverbindungen des Orts;
Fremdenverkehr, soweit derselbe auf die Benutzung der Posteinrichtungen von Einfluß ist.
Die Postanstalt hat mit allen zur Post benutzten Eisenbahnzügen der Nahs.Eisenbahn Postverbindung. Der rege Fremdenverkehr ist für die Post von Einfluß. Im Sommer ist der Fremdenverkehr nicht unbedeutend und wohnen viele Familien welche hier Landhäuser besitzen zur schönen Jahreszeit hier, ebenso werden die schönen Wirtschaftsgärten von Wiesbaden, Mainz, Frankfurt (M) und den nahen Kurorten und Schlangenbad stark besucht.
10. Nachrichten über das Postgebäude.
Das Haus, in welchem sich die Postanstalt befindet ist Eigenthum
des Postverwalters Mehl (Heinrich Thiele aus Schierstein) und (derselbe)
erhält derselbe für die Diensträume eine Vergütung von 900
(1800) Mark.
Nachgetragen:
Einschließlich der Privatwohnung des Postamtsvorstehers 650
(1500) Diensträume,250 (300) Privatwohnung.
Dasselbe ist im Jahr 1904 erbaut und am 1.April 1905 bezogen worden.
Anmerkung:Der unter Punkt 10 gestrichene Text ist wie im Original gestrichen, der in Klammern gesetzte Text wurde nachträglich von anderer Hand eingefügt.
11. Charakterzüge des Brief- und des Fahrpostverkehrs, z.B. nach welchen Gegenden derselbe vorzugsweise gerichtet ist; ob und welche besondere Gewerbe sich hauptsächlich an dem Paket- und Geldverkehr betheiligen; ob viel Postverkehr mit dem Auslande stattfindet und speziell mit welchen Ländern.
Der Brief und Fahrpostverkehr richtet sich vorzugsweise nach Wiesbaden, Mainz, Frankfurt (M) überhaupt nach Süddeutschland. Es befinden sich dahier zwei bedeutende Handelsgärtnereien welche dahier den Hauptpaket- und Geldverkehr ausmachen, deren Versandt erstreckt sich nach Oesterreich-Ungarn, nach England, Schweiz und den Niederlanden.
12. Angabe der im Orte erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften;
Angabe der im Orte hauptsächlich gelesenen Zeitungen.
Zeitungen werden alle, sowohl von polit. wie religiös. Schattierungen gelesen, besonders Wiesbadener u. Frankfurter Blätter.
Bis 1803 als Niederwalluf zum Kurfürstentum
Mainz gehörte und danach bis Ende Juni 1867 während der Zugehörigkeit
zum Herzogtum Nassau stand das Postwesen unter Thurn und Taxis`scher Verwaltung. Nach
der Okkupation des Herzogtums Nassau 1866 durch Preußen, wurde am 1. Juli 1867
auch das Postwesen von Preußen übernommen. Am 15. Januar 1868 wurde das
Postamt zu Niederwalluf errichtet. Im Rheingaukreis besaß die Post zu dieser
Zeit noch keine eigenen Dienstgebäude. (Zum Postwesen unter Thurn und Taxis siehe
auch Die Rheingauer Diligence ).
Das Postamt zu Niederwalluf wurde im Gasthaus "Zum Hirsch" in der Hauptstraße
26 eingerichtet. Erster Postverwalter war der Hausbesitzer Josef Mehl, der dieses Amt
bis zu seinem Tod am 07. August 1894 innehatte.Das "Kaiserliche Postamt"
in der Bahnhofstraße wurde 1904 von dem Schiersteiner Bauunternehmer Heinrich
Thiele errichtet und am 1. April 1905 als "Mietpostamt" bezogen. Erst um
1925 wurde das Gebäude von der Reichspost gekauft.
Nach Postreform und Privatisierung der Deutschen Bundespost erfolgte die Schließung
der Postfiliale Walluf. Nun zieht die Post nach 94 Jahren wieder in die Hauptstraße.
Hier im Schreibwaren- und Zeitschriftengeschäft Zenner, in Sichtweite der 1868
eröffneten Postexpedition des Josef Mehl befindet sich ab 15. Juni 1999 die Postfiliale
Walluf, unter der Leitung von Anne Zenner.
Nachtrag 01.01.2007:
Etwa um 2004 gab Anne Zenner die Postagentur Walluf
ab, seit dieser Zeit befindet sich diese in der Hauptstrasse 51, Antiquariat und Buchhandlung
Zimmerschied, die frühere Schmiede des Joseph Mohr.
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